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Vernunft statt Ideologie

KV-ZOLLERNALBKREIS - 27.10.2020

Markus Schäfer, Daimler-Produktionschef, sieht nach einer kürzlich verbreiteten Aussage “keine Option in Untertürkheim am Verbrenner festzuhalten”. Damit stellt der Konzern sein Kerngeschäft am Stammsitz, wo fast 20.000 Menschen vor allem an Benzin- und Dieselmotoren arbeiten,  zur Disposition. Man wendet sich sonst schweigend ab von dem, was man noch kurz davor als Rettung von Klima und Umwelt präsentierte.

Wo bleibt der Einsatz für klimaneutrale Kraftstoffe, die – einmal auf dem Markt - über eine Milliarde bereits vorhandener Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge nachträglich klimaschonend machen können ?

Der EU-Kommission ist es gelungen, alle diejenigen als Klimaschutzgegner abzustempeln, die nicht willens sind, ihre Zukunft auf die alles andere als klimaschonende E-Mobilität aus zu richten.

Synthetische Kraftstoffe werden behandelt wie der Sprit aus Erdöl. Es wird nicht darauf gesetzt, dass für ihre Produktion große Mengen an Treibhausgasen der Atmosphäre entzogen werden. Und die Vorteile dieser synthetischen Kraftstoffe setzen nicht erst dann ein, wenn mit außerordentlich riesigem Energieaufwand Hunderte von Millionen an neuartigen Fahrzeugen gebaut worden sind. Die Infrastruktur ist für diese Synthetischen Kraftstoffe vorhanden, der tatsächliche Käuferwunsch nach Verbrennungsmotoren ist eindeutig gegeben. Durch staatliche Förderung der E-Mobilität entstehen aber auch hier immense Kosten, die wiederum dem Steuerzahler aufgebürdet werden müssen.

Dass gerade wir im Südwesten  klimaneutrale Kraftstoffe und die vielversprechende Wasserstofftechnologie mit hohen finanziellen Aufwand weiterentwickelt haben, findet kaum noch Beachtung. Dass China als inzwischen weltgrößter Markt sich längst wieder für diese Technologie geöffnet hat, ist eine nicht beachtete Tatsache.

Natürlich geht es auch um Arbeitsplätze und um die Wirtschafskraft Deutschlands.  Für den Bau von Fahrzeugen mit E-Mobilität sind weit weniger Einzelteile notwendig als beim Verbrenner. Die notwendigen Batterien werden schon allein aus Kostengründen nicht im EU-Raum sondern außerhalb hergestellt. Dies schon deshalb, weil die damit verbundenen Energiekosten nur einen geringen Bruchteil im Vergleich zum EU-Raum betragen. Von der Gewinnung der Rohstoffe für die notwendigen Batterien durch Gesundheitsschäden und Kinderarbeit sowie starke ökologische Beeinträchtigung wird nicht ausreichend in den Medien berichtet.

Wer wird Deutschlands vitale Interessen verfolgen, wenn es dies nicht einmal selbst tut? Angela Merkel setzt sich kaum noch, wenn dann mit schönen Worten, für sie ein – und auch nicht für die damit in großer Zahl gefährdeten Arbeitsplätze.

Kurzfristig mag die Reaktion der Automobilindustrie die billigste Lösung sein. Aber zugleich die teuerste für Zehntausende von Menschen. Viele Facharbeiter könnten eine Zukunft haben, sie werden aber – sowohl in der Automobilindustrie und in den Zulieferbetrieben, daraus folgend in vielen Bereichen – entsorgt als handle es sich um eine Altlast!

Ob die Klimaziele der Bundesregierung und der EU-Kommission erreicht werden können, wird sich zeigen. Was bewirkt dies aber für das Weltklima, wenn gleichzeitig China, Indien und weitere Länder für ihre Energieproduktion die Treibhausgase erhöhen ?

Auch eine Doktorin der Physik müsste es doch wissen: CO2 ist ein Gas und bleibt damit nicht örtlich begrenzt. Ideologisch zu verkünden, dass wir die Treibhausgase anhand der tatsächlichen weltweiten Vorgänge herabsetzen können, ist ebenso unsinnig wie die Meinung, dass sich andere Länder an unserem Vorgehen orientieren werden.

Tatsache ist, dass das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen ist, auch das LKW-Frachtaufkommen ist stark gestiegen. Wir müssen deshalb unser Straßennetz und unsere Schieneninfrastruktur den realen Mobilitätsansprüchen der Bevölkerung anpassen, was auch bedeutet, dass Autobahn- und Schienennetze ausgebaut werden müssen. Dabei sind auch strukturschwache Gebiete besser anzubinden und damit die Wohnungssituation in Ballungsgebieten zu entspannen.

Welche Mobilität der Konsument dabei wählt, ist – entsprechend den Zielsetzungen der Sozialen Marktwirtschaft – ihm überlassen: der Konsument lenkt die Produktion, nicht die Vorgaben einer ideologisch denkenden Obrigkeit den Konsum.

Das Auto ist ein Symbol  der Freiheit. Mit dem Verbrenner können wir kostengünstig, sicher und ökologisch auch dieses Freiheitsrecht wahren. Die Nutzung von synthetischen Kraftstoffen und der Wasserstofftechnologie sichern dieses Ziel  -  und unseren Wohlstand durch Sicherung der Arbeitsplätze und damit unsere Wirtschaftskraft.

Hans-Peter Hörner, Erstkandidat der AfD im Landtagswahlkreis 63 Balingen

Foto mit Dr. Dirk Spaniel MdB, verkehrspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion

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