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Mein Einsatz gegen die Vernachlässigung des Graf-Zeppelin-Gymnasiums

Norbert Czerwinski - 21.07.2026

Ein Beitrag von unserem Friedrichshafener Stadtrat Norbert Czerwinski

Die dringend erforderlichen Renovierungs- und Neugestaltungsmaßnahmen am Karl-Maybach-Gymnasium (KMG) und Graf-Zeppelin-Gymnasium (GZG), insbesondere bei den naturwissenschaftlichen Fächern in beiden Schulen, köchelt schon seit der vergangenen Wahlperiode in den verschiedenen informellen und ordentlichen Gremien und stand nun im Kultur- und Sozialausschuß zu einem vorbereitenden Grundsatzbeschluß für den Gemeinderat (am 22.07.2026) an. Hierzu meldete ich mich zu Wort.

Vorausschicken muß ich zum richtigen Verständnis meinen spontanen Besuch im GZG ein paar Tage vor der oben genannten Ausschußsitzung. Einerseits war da natürlich die Neugier, ob ich noch etwas aus jener Zeit vor 50 Jahren wiedererkennen würde, andererseits der Wunsch, vielleicht unmittelbar vor Ort Einblicke in die aktuellen Bedürfnisse zu erlangen. Und tatsächlich: bis auf ein paar kosmetische Änderungen hatte sich zu meiner anfänglich kindlichen „Freude“ kaum etwas verändert. Bezüglich dieses zwiespältigen „Kompliments“ vieler ehemaliger Schüler meinte eine später angetroffene Kollegin: Eigentlich sei man ja kein Schulmuseum (also eine Außenstelle der nämlichen Einrichtung an der Friedrichstraße im „Hafen“), sondern habe den Anspruch, junge Menschen unter optimalen Bedingungen auf ihre Zukunft vorzubereiten.

In der erweiterten Aula traf ich auf zwei Klassen, die mit ihren Lehrern der mörderischen Hitze des Klassenzimmertraktes im „Neubau“ mit den großflächigen Fensterfronten nach Süden entflohen waren. Wer dort je Unterricht zu erleiden hatte, weiß, daß es schon damals an Körperverletzung grenzte. Die Lehrerin der einen Klasse schilderte mir in diesem Zusammenhang, daß einige ihrer Kollegen in Eigeninitiative und aus eigenen Mitteln zwischen dem sogenannten 2. und 3. „Finger“ des Gebäudes ein lauschig-schattiges Plätzchen für ihre Schutzbefohlenen geschaffen hätten, um sie dort zu neuen Kräften kommen zu lassen. Während sie mir die Örtlichkeit zeigte, teilte sie mir von ihrem Anliegen einschließlich einiger Kollegen mit, dort einen Baum (aus Eigenmitteln!) pflanzen zu dürfen, das jedoch von der Stadtverwaltung abschlägig beschieden wurde wegen einer möglichen, weit in der Zukunft liegenden Erweiterung der Mensa.

Im weiteren wurde mir auf meinen Wunsch hin Einblick in die Physik- und Chemieräume gewährt. Auch hier starrten mich unhaltbare Zustände aus längst vergangenen Zeiten an, frei nach dem Sponti-Spruch „unter den Talaren, herrscht der Muff von Tausend Jahren“. Daß die nachmittägliche Sonne die Räume in Brutkästen bzw. stramme Saunakabinen verwandelt, sei hier nur am Rande erwähnt. Anregungen der Kollegen, hitzeabsorbierende Folien an den Fensterscheiben anzubringen, versandeten offensichtlich im Gestrüpp der Bürokratie. In den Chemieräumen werden noch Gasanschlüsse verwendet, die unter Sicherheitsaspekten längst nicht mehr zulässig sind! Die Ausstattung der Räume läßt sich weder didaktisch noch methodisch heutigen Erfordernissen entsprechend auch nur ansatzweise verantworten, und ist ein Hohn auf die immer „preisend mit viel schönen Reden“ vorgetragenen Hymnen auf die Bedeutsamkeit der MINT-Fächer.

Keineswegs ist es übrigens so, daß die Kollegen der naturwissenschaftlichen Fächer nicht wissen, was sie im Hinblick auf die Neugestaltung der Räumlichkeiten wollen. Natürlich würden sie einen Neubau für die MINT-Fächer begrüßen, sind aber angesichts der städtischen Kassenlage ‒ und auch schon längst davor ‒ mit einer kostengünstigen Lösung im laufenden Betrieb durchaus zufrieden. Für diesen Fall wies mich ein Kollege aus der Chemie auf eine Firma im Raum Lindenberg hin, die an der dortigen Schule während seiner damaligen Tätigkeit genau ein solches Projekt praktisch störungsfrei für den Unterricht zu aller Zufriedenheit in kürzester Zeit über die Bühne brachte.

Dies alles trug ich in meiner Stellungnahme zu diesem Tagesordnungspunkt vor, nicht ohne am Anfang nachdrücklich meinem Wunsch Ausdruck zu verleihen, dem KMG selbstverständlich eine deutlich verbesserte Lehr- und Lerninfrastruktur aufrichtig zu gönnen. Allerdings versehen mit dem Hinweis, daß die Ausstattung des KMG deutlich jüngeren Datums sei, da nach dem Auszug der Berufsschulen 1983 aus dem Gebäudekomplex zwangsläufig Anpassungsmaßnahmen für den Schulbetrieb des KMG vorgenommen werden mußten. Daher haben in meinen Augen die dringend notwendigen und sofortigen Maßnahmen beim GZG Vorrang!

Aus alledem leitet sich zwingend logisch meine Stimmenthaltung bei der Beschlußfassung ab!

Das Lokalblatt (Schwäbische) berichtete leider nichts über den Grund meiner Enthaltung und erweckte so einen völlig falschen Eindruck von meinen Beweggründen. Die Leser unserer Mitteilungen vom AfD-Kreisverband Bodenseekreis wissen nun besser Bescheid.

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