Das zeigt die Antwort des Innenministeriums auf die Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Chris Hegel, innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion.
Von 2022 bis 2025 haben 252 fertig ausgebildete Polizeivollzugsbeamte ihre Entlassung beantragt, davon waren 193 bereits auf Lebenszeit verbeamtet. Waren es 2014 gerade einmal 14 Beamte, steigen die Zahlen seither kontinuierlich: Von 55 Anträgen im Jahr 2022 auf nun 70 Anträge im Jahr 2025. Bis Juni 2026 kamen bereits weitere 23 Fälle hinzu (22 davon auf Lebenszeit).
Das Ministerium von Manuel Hagel (CDU) relativiert die Entwicklung und spricht von einem "insgesamt niedrigen Niveau". Eine systematische Erfassung der Kündigungsgründe lehnt die Landesregierung weiterhin ab.
Hegel kritisiert: "Wenn Beamte, deren Dienstverhältnis auf Lebenszeit angelegt ist, in diesen Zahlen den Dienst quittieren, dann kann man als Dienstherr nicht einfach den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass das Problem von allein verschwindet." Hegel weiter: "Angesichts der Gleichgültigkeit, mit der das Innenministerium diese Entwicklung hinnimmt, wundert man sich nicht mehr über die dramatischen Zahlen. Als Polizeibeamter a.D. kenne ich die Realität nur zu gut. Die Polizei sieht sich ständig hirnrissigen Vorwürfen wie Racial Profiling oder Struktureller Rassismus ausgesetzt, während gleichzeitig durchschnittlich 17 Straftaten jeden Tag gegen Polizeibeamte in Baden-Württemberg verübt werden. Dazu kommen Berge von Berichten, die oft für den Papierkorb geschrieben werden. Das nagt massiv an der Zufriedenheit und lässt viele Kollegen hinterfragen, ob sie noch das Richtige tun. Es wäre angebracht, wenn sich endlich auch der Dienstherr damit auseinandersetzen würde."


