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Ein paar Gedanken über den Hass.

KV-PFORZHEIM-ENZ - 25.04.2023

Hass entsteht nicht aus dem Nichts. Ihm geht bei psychisch gesunden Menschen stets ein Auslöser voraus. Hass ist, neben der Liebe, die stärkste menschliche Emotion. Emotionen lassen sich weder verbieten noch gewaltsam unterdrücken. Anders als der Scharfschütze Amor, greift der Hass häufig zum Schrotgewehr.

Darin liegt seine Gefährlichkeit.

Grundsätzlich ist der Hass nicht schlecht. Er besitzt eine Daseinsberechtigung. Als Bestandteil der menschlichen Natur ist das gar nicht anders möglich. Jeder Mensch, der Liebe empfinden kann, besitzt auch die Anlage zum Hass.

Zielgerichtet, zum Beispiel gegen Diktatur und Knechtschaft, ist er eine starke Motivation und kann einer Gruppe die nötige Stärke verleihen.

Wenn in einer Gesellschaft der Hasspegel ansteigt, dann sollte allerdings die Kernfrage sein, was den Hass auslöst.

Wer sich viel in ideologisch unterschiedlichen Internetforen bewegt, der stellt fest, dass diese Entwicklung keiner bestimmten politischen Ideologie zuzuweisen ist.

Zynisch ausgedrückt, ist sie wahrscheinlich im Moment die einzige "Werteentwicklung" in unserer Gesellschaft für die es einen wachsenden Konsens gibt.

Hass braucht keine körperliche Gewalt, sondern setzt in unserer fadenscheinig zivilisierten Gesellschaft häufig auf psychisch-verbale Gewalt. Diese kann ähnlich schwerwiegend, manchmal sogar brutaler als die körperliche Gewalt sein.

Wo Hass anonym ausgelebt werden kann, dort bricht er sich freie Bahnen.

Hasswellen haben längst das reale Leben erreicht.

Die Lösungsansätze der Politik bestehen bisher aus mehr Kontrolle, mehr Einschränkungen, mehr Verbote und mehr Ausgrenzung. Das Ganze wird dann auch noch nach dem Maß der "Kulturensensibilität" abgestuft.

Diese Mittel sind keine Lösung. Im Gegenteil. Es ist davon auszugehen, dass der Hass an Masse und Stärke gewinnen wird. Wie kann ein ansteigender Hasspegel gesellschaftspolitisch gesenkt werden?

Eine möglichst hohe Bildung in der Gesellschaft ist sicher eine Grundvoraussetzung. Eine Gesellschaft braucht verbindende und verbindliche Ideen und Ziele. Eine Wertediskussion ist m. E. unumgänglich.

Eine Spaltung der Gesellschaft von "oben herab", wie wir sie heutzutage häufig erleben, die nur die Wahl zwischen Zustimmung und Ausgrenzung läßt und kritische Diskussionen abwürgt ist definitiv kontraproduktiv.

Fehler sollten besonders auf der Ebene der politischen Entscheider gesucht werden, da von dort die meisten Impulse zur gesellschaftlichen Entwicklung ausgehen.

Nur ein paar Gedanken

Michael Wiesner

https://www.merkur.de/verbraucher/cybermobbing-strafen-hilfe-gesetz-bundesregierung-account-sperre-internet-hetze-persoenliche-daten-92212234.html?fbclid=IwAR1uje0Szr7AjBwl-C9Ttm1zcoqN6gaDKhQYljR2bfWLODhkVdnYhjitW8E

 

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