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Gesundheitspolitik wird in Berlin gemacht

KV-MANNHEIM - 24.09.2020

Gesundheitspolitik ist für Außenstehende nicht einfach zu verstehen.Gesundheitspolitik wird in Berlin gemacht und seit ca 10 Jahren wird unser Gesundheitssystem an die Wand gefahren. Alles soll immer "preiswerter " werden. Berlin unterstellt immer noch Einsparpotentiale wo keine mehr sind. Die Herstellung von Medikamenten ohne Patentschutz ist nahe zu 100% im Besitz von Chinesen,Amerikanern, Israelis und Investmentfonds.Produziert wird in Indien,Bangladesch und China.Die Nachteile sind jetzt zu Tage getreten.

Die Krankenhausverweildauer lag früher bei ca 14 Tagen,aktuell beträgt sie noch  6,5 Tage. Frisch operierte Patienten werden nach 6 Tagen nach Hause geschickt. Der Hausarzt soll es richten,doch dieser ist -da in der Regel internistisch ausgebildet-  überfordert. Wenn es nach Berlin bzw den gestzlichen Krankenkassen geht soll mehr ambulant operiert werde.Morgens rein abends raus.Die Menschen wollen aber nach einer OP ( Stress) sich ausruhen,einen Ansprechpartner haben und überwacht werden.

Die demographische Entwicklung aber auch die Anspruchshaltung der Menschen wird ignoriert. Die " diagnosebezogenen Fallgruppen " =  DRG`s refinanzieren die Kosten der Krankenhäuser nicht mehr. Das Univrrsitätsklinikum Mannheim (UMM) hat seit 5 Jahren einen ansteigenden Verlustvortrag in der Bilanz.Corona hat unverschuldet einen zusätzlichen Verlust entstehen lassen. Der OB Dr.Kurz muß handeln zumal die Gesellschafterin der UMM die Stadt Mannheim ist.Die übrigen Universitäts kliniken in BW sind im Landesbesitz. Das Land BW trägt hier die Verluste.

Laut Herrn Prof. Lauterbach  haben wir  im internationalen Vergleich zu viele Krankenhausbetten.Doch jetzt bei Covid19 hat sich gezeigt daß diese Kapazität ein unschätzbare Sicherheitsreserve darstellt.In kurzer Zeit konnten 100,200 bzw bis 300 Beatmungs/Intensivbetten pro Stadt zusätzlich bereitgestellt werden.

Stellt sich die Frage was können wir uns leisten?                                                                                                                             Mit einem Krankenkassenbeitragssatz von 14,6 % plus Zusatzbeitrag von 1,1 %wird es eng. Die "ländliche Grundversorgung" wie auch die Maximalversorgung sind unverzichtbar.Wegen der demographischen Entwicklung kommen immer mehr und neue Aufgaben auf die Krankenhäuser der Maximalversorgung zu. Die vorgetragenen Bedenken daß eine eine vereinigte Uniklinik HD und UMM neue ,also zusätzliche Betten hervorbringen  würde teile ich nicht.Gleichwohl kann man wegen der ansteigenden Multimorbidität dies nicht mit letzter Sicherheit ausschließen.Aber nicht wegen der "Zusammenlegung" sondern wegen der ansteigenden Multimorbidität.

Mit aller Vorsicht sehe ich einzig und allein bei den Krankenhäuser in konfessioneller Trägerschaft Möglichkeiten die Bettenzahl zu reduzieren.Aber nicht weil sie "konfessionell" sind sondern weil sie regelhaft keine Häuser der Maximalversorgung sind. Im Deutschen Ärzteblatt  (8/2020) stand  ein Artikel über die betriebswirtschaftliche Situation der Deutschen Krankenhäuser.Danach werden 2025  57% der Krankenhäuser ein negatives Jahresergebnis und 38% der Krankenhäuser ein erhöhtes Insolvenzrisiko aufweisen.

 

Dr.Ulrich Lehnert

Stadtrat

AR-Mitglied der UMM sowie in 5 weiteren Eigengesellschaften der Stadt Mannheim

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