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Ketzerhafte Ansichten zu CoViD-19 und den Gegenmaßnahmen

KV-MAINTAUBER - 20.03.2020

von Sven Adam

Am 05.03.2020 titelten wir „Rezession wegen Corona? Nein, wegen sinnloser Corona-Panik!“

Nach der Entwicklung, die in der Zwischenzeit stattfand, verdient dieser Artikel eine Neubewertung mit offenem Ergebnis:

Was hat sich seit dem 05.03. geändert?

Ist das Virus besonders tödlich? Nein, ist es per se nicht. Allerdings spielen die Kapazitäten des Gesundheitswesens eine große Rolle und durch den exponentiellen Anstieg der Fallzahlen, den wir nach China, Iran und Italien nunmehr auch in Deutschland, Frankreich und Spanien beobachten, kann folgendes Szenario eintreten:

13% der Infizierten müssen stationär behandelt werden. 5% der Infizierten müssen gar intensivmedizinisch behandelt werden und benötigen dann oft auch Beatmung. Das „gesund gesparte“ Gesundheitswesen bietet den 80 Millionen Menschen in der BRD gerade noch 22.000 Intensivbetten, von denen etwa 4.000 – 5.000 Beatmungsbetten sind. Die freilich nicht leer stehen und auf Coronapatienten warten, sondern auch anderen Patienten zur Verfügung stehen müssen. Überschreitet durch das exponentielle Wachstum also die Zahl der intensivpflichtigen Coronapatienten diese 22.000-Betten-Marke, bzw. die Zahl der Beatmungsbedürftigen die 5.000-Beatmungsplatzmarke, dann mündet das in einen Kollaps der akutmedizinischen Krankenhausversorgung bis zum Abebben der Coronawelle.
Rauscht die Welle also einfach durch, wie es - wahrscheinlich - in Russland der Fall ist, dann werden am Ende viele Menschen erkrankt gewesen sein und nun immun, während 5 - 10 % der Infizierten (nicht: der Bevölkerung) verstorben sein werden. Dabei handelt es sich wesentlich um Senioren und dort v. a. um jene mit schweren Vorerkrankungen. Die ohne Corona - ketzerhaft formuliert - 2 Monate später an ihrer Grunderkrankung gestorben wären.

Dafür will in der Politik keiner verantwortlich sein, obwohl sich in der Vergangenheit keiner um die Grippetoten in der BRD geschert hat. Auszug gefällig?

Winter 1984/85: 21.500

Winter 1985/86: 23.400

Winter 1989/90: 19.800

Winter 2012/13: 28.900

Und ja, es gibt noch viel mehr Jahrgänge mit 5-stelligen Todeszahlen. Es gibt auch Jahrgänge mit 0 Grippetoten. Was unterscheidet nun die Grippe von Corona?

Die fehlende natürliche Immunität, das Fehlen eines Impfstoffes und die hohe Ansteckungsrate sind das eigentliche Problem bei CoViD19; diese führen ohne eindämmende Maßnahmen zu dem Risiko des oben beschriebenen Kollaps im Gesundheitswesen durch hohe Fallzahlen in kürzester Zeit und auch zu Toten. Ob die Zahl der CoViD-19-Opfer am Ende diejenige erreicht, die wir der Grippe verdanken, ist noch unklar: Die in der Tabelle angegebenen Daten zur Sterblichkeit resultieren aus den laufend korrigierten Zahlen der derzeitigen Pandemie und sind daher nicht endgültig, während es zu den Influenzastämmen bereits gute Daten nach mehreren Saisons gibt.
Die Grippe indes verursacht nicht diese rasche Ausbreitung, überlastet das Gesundheitswesen eher nicht und wird politisch daher ignoriert. Um Menschenleben geht es der Politik - ketzerhaft formuliert - gar nicht, nur um die hässlichen, emotionalen Bilder überlasteter Krankenhäuser und der Berichterstattung über viele Tote, die bisher bei Grippewellen weniger breit und kaum bebildert erfolgte. Will sagen: Bei der Grippe war die Politik von den Medien kaum getrieben. Wäre es anders, wir wären Ausgangssperren und weitere Einschränkungen der Bürgerrechte seit Jahrzehnten gewohnt.

Klar sollte jedem sein, daß die Basisschutzmaßnahmen Abstand, in Ellenbeuge niesen, zuhause bleiben und oft Hände waschen gegen Grippe genauso helfen wie gegen Corona. Wenn sich alle daran halten. Da das nicht passiert, breitet sich das neue CoViD 19 entsprechend schnell aus und die Situation vom 05.03. seit dem letzten Artikel hat sich insofern geändert, als Maßnahmen der Regierung in Richtung Ausgangssperre nun als unerlässlich gelten. 

Was hat sich seit dem 05.03. nicht geändert?

Wir haben Hamsterkäufe als idiotisch bezeichnet. Genau das sind sie auch und das sind sie bis heute. Die Versorgung der Bevölkerung ist unverändert nicht gefährdet.

Wir haben die beschränkten Produktionskapazitäten für Schutzkleidung und Masken angeprangert. Es ist bis heute nicht gelungen, diese Kapazitäten wirksam hochzufahren. Eigentlich eine Bankrotterklärung unserer Industrie. Wie gut, daß wir nicht für einen Krieg rüsten müssen, die Soldaten stünden nackt an der Front.

Inzwischen hat die Kanzlerin eine ihrer nichtssagenden Reden gehalten, derzufolge die Lage „ernst“ sei. Das sind Eurokrise und Migrationskrise auch. Immerhin können wir plötzlich „die Grenzen kontrollieren“, was 2015 unmöglich geredet wurde. Gelogen wurde diesbezüglich im Jahr 2015.
Einreisen aus dem Iran finden aktuell aber noch immer statt, ebenso wie der Eintritt mit der Parole „Asyl“. Eine solche "Kontrolle" verdient den Namen nicht und dient nicht der Eindämmung der Pandemie. Eine derart ideologisch zaudernde Kanzlerin dient nicht dem deutschen Volk. Amtseid? Darauf scheint dermaßen geschissen, daß die Deutschen Klopapier hamstern müssen.

Was blüht uns?

Droht uns nun eine Rezession? Ja, und zwar eine gewaltige Rezession über mehrere Jahre. Nicht wegen Corona werden weltweit ganze Volkswirtschaften lahmgelegt, sondern durch die Gegenmaßnahmen. Gegenmaßnahmen, die nun deshalb drastisch ausfallen, weil die Politik die Chance für mildere Maßnahmen durch ihr Zögern verpennt hat, indem sie den nationalen Pandemieplan monatelang ignorierte, der zuletzt nach der Schweinegrippe aktualisiert worden war. Oder weil ihr - ketzerhaft formuliert - der Mut fehlt, die Infektionswelle laufen zu lassen. Wie am 05.03. in unserem Artikel betitelt. Die Risikogruppe der über 70-Jährigen lebt nun etwas länger und stirbt wenige Wochen später an ihren Grunderkrankungen, die sie zur Risikogruppe werden ließen, oder des Alters wegen.

Wieviel mehr und dann auch junge Menschen aber werden durch die zu erwartende Rezession sterben?

Das scheint eines der Hauptprobleme unserer Gesellschaft zu sein:

Wir akzeptieren es nicht mehr, daß Menschen mit zunehmendem Alter eine steigende Sterbewahrscheinlichkeit haben. Gegebenenfalls auch durch Corona. So zynisch ein „sterben lassen“ klingen mag, so real ist der Umstand, daß alte Menschen irgendwann an irgendetwas sterben.

Dieselbe Gesellschaft, die das unerträglich zu finden scheint, hat aber kein Problem damit, wenn Kevin Kühnerts Komsomols - ein Schelm, wer dabei an KKK denkt - unter tosendem Applaus eine Forderung beschließen, daß Babys noch bis kurz vor der Geburt abgetrieben werden dürfen. Diese Fremdbestimmung über das wehrlose Kind gilt dann als „Selbstbestimmung der Frau“.
Immerhin: die Quarantänepause wegen CoViD-19 könnte uns in 9 Monaten einen Babyboom bescheren. Mal sehen, ob auch das durch hedosozialistisch motivierte Abtreibungen verhindert wird.

Ich bin mir sehr sicher, daß die Nachkriegsgeneration und die Überlebenden des letzten Weltkrieges in den 50ern abgewunken hätten und die Erkrankungswelle als schicksalhaft abgetan hätte, waren doch so viel schlimmere Erinnerungen noch präsent und der Tod im Alter schlichtweg akzeptiert.

Nun kann sich jeder fragen, ob das Überleben der Risikogruppen über wenige Wochen bis vielleicht ein paar Jahre die schwere Wirtschaftskrise rechtfertigt, die uns als Folge der umfassenden Eindämmung bevorsteht. Und ja, auch die kann Menschenleben kosten, denn mit den Erträgen unserer Wirtschaft wird unser Gesundheitswesen überhaupt erst finanziert. Halten wir das durch noch mehr Staatspump am Leben, während die Produktivität wegen Corona im Keller ruht, ist eine Verteuerung unserer Lebenshaltung unausweichlich und dann wird es spannend, wer sich das Gesundheitswesen noch wird leisten können oder gar dürfen?

Wieviel Kleinunternehmen gehen in so einer Rezession pleite? Wieviel Unternehmer nehmen sich angesichts des Scherbenhaufens und womöglich Schulden bis ans Lebensende ohne verbliebene Substanz das Leben? Wieviel Menschen haben in der Weltwirtschaftskrise 1929 Suizid begangen?

 

Rentner sammeln heute schon Flaschen. Wie wird das erst in einer jahrelangen Rezession, wenn keine Luft für Rentenanpassungen bleibt, weil das ohnehin tote Umlagesystem noch weniger Einzahlungen erhalten wird?

Ein beherztes "Grenzen wirklich DICHT" nach Bekanntwerden der Lage in Wuhan hätte geholfen, diese Produktivitätsausfälle zu vermeiden. Dafür gibt es den nationalen Pandemieplan. Aber da waren die Pharisäer noch mir ihrer Gesinnungspolitik beschäftigt. Und den Mut, die Erkrankungswelle durchlaufen zu lassen, haben sie jetzt auch nicht. Da sind die Bilder aus Italien zu präsent, wo zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels durch CoViD19 gerade 1/8 der Grippetoten der BRD aus dem Winter 2012/13 erreicht wurden. Nur die Medienaufmerksamkeit, von der die Politik getrieben wird, ist eine andere.

Vielleicht klingt das kaltherzig, aber es waren nach Fukushima auch mehr Menschen pro Abschaltung der Kernkraftwerke als hinterher pro Zahlung höherer Strompreise, obwohl genau diese Konsequenz absehbar war. Die Katerstimmung kommt stets nach der vermeintlichen Wohltat. Das Corona-Szenario weist durchaus Parallelen dazu auf und die Zeit wird zeigen, welcher Preis der höhere sein wird.

Habe ich als Autor eine befriedigende Antwort darauf? Nein, auch wenn ich die Infektionswelle einfach laufen lassen würde. Egal, welcher der aufgezeigten Optionen "maximale Eindämmung mit folgender Rezession" oder "laufen lassen mit vielen Erkrankten und Toten" man auch den Vorzug geben mag, es überwiegt der bittere Nachgeschmack des Übels, selbst wenn es das Kleinere sein mag.
Auch das ist normal bei Naturkatastrophen: oft bleibt nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera.

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