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Das "reiche Deutschland": Medikamentenengpässe und Gewalt gegen Personal

KV-MAINTAUBER - 13.11.2019

Wie das Bundesärzteblatt berichtet, gibt es zunehmende Mißstände in Form von Engpässen bei der Medikamentenversorgung in der Bevölkerung, wie auch in Form von Übergriffen gegen das medizinische Personal, wie wir es in der Presse bereits im Zusammenhang mit Feuerwehrleuten und Sanitätern bei Einsätzen im öffentlichen Raum lesen mussten.

Patienten, die ihr vertrautes und wirksames Präparat nicht mehr erhalten. Noch mehr Bürokratie für Ärzte, die zunehmend Rezepte abändern lassen müssen. Bei Psychopharmaka wegen der Schwierigkeit der wirksamen Einstellung im Einzelfall alles andere als trivial und potentiell gefährlich. Senioren, die wegen Schluckbeschwerden ihr Medikament in Tropfenform benötigen, es aber nur noch in Tablettenform erhalten.

Anlaufstelle für Meldungen zu solchen Engpässen ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn. Deren Statistiken verzeichnen einen zunehmenden Trend bei derlei Engpassmeldungen. Wegen veränderter Meldekriterien seien Zahlen aber nicht vergleichbar. Eines der beliebtesten Methoden, ungünstige Statistiken zu "entschärfen", wenn keiner an die Ursache kann oder will, ist die wiederholte Veränderung der Datengewinnung oder -klassifizierung. Das verschafft Zeit, hält Experten am langen Arm und erschwert die Meinungsbildung der Laien. Dabei ist es nicht einmal ein deutsches Problem, sondern ein internationales Dilemma.

Richtig ist, daß nicht jeder Lieferengpass einen Versorgungsengpass begründet, denn bisweilen gibt es wirksame Alternativen. Der Markt scheint sich zu stark zu bereinigen, immer weniger Hersteller übernehmen die Produktion eines einzelnen Medikaments. Dann wird bei Produktionsumstellungen oder Nichtfreigaben wegen Verunreinigung - alles Mechanismen zum Schutz der Patienten - jede Verzögerung weltweit spürbar. Ein Lehrstück für alle Ewiggestrigen, die immer noch das Heil in der Planwirtschaft suchen, denn dort wäre genau dieser Mißstand systematisch eingebaut. Wir brauchen wieder mehr Wettbewerb. Gerade in Deutschland, wo der Pharmamarkt wirklichen Wettbewerb verhindert. Ein Ende der Rabattverträge mit einzelnen Herstellern wenigstens bei ohnehin kostengünstigen Medikamenten wäre im Interesse der Versorgungssicherheit geboten, denn gerade bei Medikamenten entsteht die Nachfrage fremdbestimmt durch Krankheit, nicht durch Willensentscheidung. Da ist rasche Verfügbarkeit gefragt, kein Discountpreis.
Die von den Kassen akzeptierten Preise erhöhen zudem die Abhängigkeit von ... na, welchem Land wohl .... China. Richtig gelesen, gerade Antibiotika kommen zunehmend aus China, während hier noch immer von der "deutschen Qualität" salbadert wird.

Vorratshaltung wiederum ist nicht bei allen Medikamenten möglich, wenn die Haltbarkeit zu stark begrenzt ist. Auch diese immer wieder geforderte Lösung kann nur sektorale Wirksamkeit entfalten.

Die AfD sollte sich hier klar zur Verfügbarkeit von lebensrettenden und schmerzlindernden Medikamenten positionieren, nicht zum Discounterdenken, das bei der AOK-Gemeinschaft und dem GKV-Spitzenverband eingekehrt ist.


Ein weiteres aktuelles Problem ist Gewalt. Patientengewalt. Auch hier ist die Datenlage Teil des Problems, trotz der deutschen und europäischen Bürokratie. Vermutlich auch hier gewollt. Wir kennen das von der Einbürgerung: Ist der gewaltbereite Migrant erst einmal deutscher Staatsangehöriger, verhält er sich noch lange nicht wie ein solcher. In der Kriminalitätsstatistik wird er aber genau so geführt. "Deutsche machen das auch" ist auf diesem Weg zum Dummbeutelargument der letzten Jahre geworden, da unklar bleibt, ob es doch nur sog. "Passdeutsche" waren.

Bei der Analyse der Übergriffszahlen fällt zwar ein zunehmender Trend an Übergriffen gegen Ärzte und sogar noch stärker gegen Pflegekräfte auf. Es mangelt aber weiterhin an einer systematischen Erfassung von verbalen oder gar körperlichen Attacken in den Krankenhäusern. Es bleibe dahingestellt, ob jeder streßbedingte Ausraster direkt in eine Strafverfolgung münden muss, aber physische Gewalt geht eben gar nicht. Und da beruhigen die jüngsten Zahlen des Deutschen Krankenhausinstituts DKI eben nicht: 2013 wurden 1725 Gewaltakte gegen Pflegekräfte registriert, 2017 waren es 2436 Fälle. Das ist kein statistisches Rauschen mehr.

Kosten für Sicherheitskräfte belasten die ohnehin schwierige Krankenhausfinanzierung nun zusätzlich.

 

 

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