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Harald Pfeiffer, MdL : Ein Angriff auf das Ehrenamt

KV-MANNHEIM - 08.05.2019

Einer Pressemeldung des Fördervereins der Stuttgarter Kickers ist zu entnehmen, dass der erst im März 2019 gewählte Vorsitzende des Fördervereins Steffen Ernle zurückgetreten ist. Grund war die ausufernde Kritik an seiner Kandidatur für die AfD bei den kommenden Kreistagswahlen. Nun schaltet sich auch der Präsident der Stuttgarter Kickers Rainer Lorz ein und spricht davon, dass durch Ernles Rücktritt „ Schaden von unserem Verein abgewendet" wird.

Der Böblinger AfD Abgeordnete Harald Pfeiffer fragt sich, ob für Herrn Lorenz die Mitgliedschaft in der AfD einen Schaden darstellt und ob die Diskussionen der letzten Tage und deren Folgen noch unseren freiheitlichen Prinzipien und Werten gerecht werden.

Das Ehrenamt ist parteiübergreifend eine Stütze unserer Gesellschaft. Gleichzeitigt garantiert das Grundgesetz das Recht eines jeden Bürgers, an der politischen Willensbildung teilzunehmen. Wer nun ein Ehrenamt derart politisch instrumentalisiert und die AfD Mitgliedschaft als „ Schaden“ tituliert, betreibt die Spaltung  unserer Gesellschaft. Der Ausschluss von großen Teilen der Bevölkerung aus dem sozialen Leben und dessen Dialog hat eine Radikalisierung beider Seiten zur Folge, die einem friedlichen miteinander abträglich ist. In den vergangenen Tagen wurde das Leben von Herrn Ernle öffentlich ausgebreitet und diskutiert: Er wurde quasi zum Vogelfreien erklärt:  Seine Firma wurde genannt und eine berufliche Existenz gefährdet. Er läuft Gefahr, dass sein familiäres und soziales Umfeld komplett zerstört. Es wurde nichts unterlassen, ihn und alle AfD Mitglieder beziehungsweise Wähler einzuschüchtern und ihnen Ausgrenzung anzudrohen.

Herr Ernle steht stellvertretend für alle AfD Mitglieder wegen seiner Mitgliedschaft in der AfD, seinem Engagement und seiner Kandidatur für diese am öffentlichen Pranger. Was eigentlich ein demokratisches Grundrecht darstellt wird hier in bester Stürmer Manier genutzt um das  soziale Leben eines unbescholtenen Mitgliedes unserer Gesellschaft zu vernichten. Solche Exzesse erinnern mich an die 12 dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte, die ich in Verbindung mit der Inquisition setze. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung und den Ablassbrief erhält man nur, wenn man der AfD öffentlich abschwört und widerruft.

Sport ist der faire Wettstreit von Kontrahenten. Politik sollte im Sport kein Thema sein. Es waren stets die autoritären Systeme, die den Sport für eigene Zwecke missbrauchten und pervertierten. Die Nazis bei der Olympiade 1936, danach die Kommunisten in der DDR und der Sowietunion. Sport ist inzwischen auch in Deutschland zur Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln entartet. Mir machen solche demokratiefeindlichen Exzesse Sorgen.

 

Harald Pfeiffer, Mitglied des Landtages von Baden - Württemberg 

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