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Kulturpolitik für die Zukunft – „Kunst und Kultur in ländlichen Räumen“

KV-KA-LAND - 03.04.2019

Im Juni 2018 wurde der auf zwei Jahre angelegte Dialog „Kulturpolitik für die Zukunft“ gestartet. Ziel dieses zentralen kulturpolitischen Vorhabens der Landesregierung ist es, gemeinsam mit Kulturschaffenden und Kulturinteressierten Handlungsempfehlungen für die Kulturpolitik der nächsten Dekade zu entwickeln.

Zur zweiten Dialogveranstaltung des Forums „Kunst und Kultur in ländlichen Räumen“ begrüßte Johannes Arnold, Oberbürgermeister der Stadt Ettlingen, zum Thema „Visionen und Ziele einer zeitgemäßen Kulturarbeit in ländlichen Räumen“ am 28. März 2019 im Schloss Ettlingen. Nach der anschließenden Rede von Staatssekretärin Petra Olschowski führte Judith Bildhauer, Leiterin des Forums „Kunst und Kultur in ländlichen Räumen“, in den Dialog ein.

Die Aufgabe der zweiten öffentlichen Dialogveranstaltung lag nun darin, mit den Teilnehmenden für das nächste Jahrzehnt Zukunftsvisionen für „eine zeitgemäße Kulturarbeit in ländlichen Räumen“ zu entwerfen. In einer zweistündigen Diskussion wurden an fünf unterschiedlich moderierten Thementischen Gedanken und Vorschläge zu besagtem Thema erarbeitet. Die abschließend vorgestellten Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen seien hier kurz zusammengefasst:

Zu Frage 1.: Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur 2030 für die ländlichen Räume in BW?

Regionale Identitäten spielten im Kontext dieser Fragestellung eine wichtige Rolle, Eigenheiten ebenso wie Vielfalt bei besonderer Betonung des Ländlichen. Partizipation, Vernetzungssysteme, Dialog und Zusammenspiel von Land & Stadt waren von Relevanz, zudem die Verbindung neuer Techniken & Traditionen, wobei besonders auch dem Thema Digitalisierung und demographischer Wandel Beachtung zukam.

Auf die in diesem Zusammenhang gestellte Frage, was Kultur kann, wurde ihr soziopolitischer Effekt hervorgehoben: Kultur wirkt der Spaltung in der Gesellschaft entgegen. Kunst und Kultur wirken verbindend, schaffen Gemeinschaft und dienen insofern dem Gemeinwohl. Kultur hebt die Besonderheit der Region hervor und ist insofern Identitätsstiftend.

Angesichts der Frage, wie das kulturelle Umfeld 2030 aussehen muss, wurden Forderungen nach dauerhafter, nachhaltiger und verlässlicher öffentlicher Förderung von Kunst und Kultur geäußert sowie in diesem Zusammenhang ein bedingungsloses Grundeinkommen als elementare Voraussetzung für ihren Erhalt. Ein Umdenken in der Gesellschaft wurde gefordert in dem Sinne, dass Kultur allgemeine Wertschätzung in der Gesellschaft erhält. Kunst- & Kulturleistungen müssen in der Form entlohnt werden, dass man hiervon leben kann, so die Aussage. Traditionen werden gefördert sowie die Teilhabe an ihnen. Sogenannte Zwischenraum-Manager vermitteln als Mediatoren für Kunstschaffende. Es entstehen Stadt-Land-Partnerschaften (sowie Städte-Partnerschaften auf europäischer Ebene). Darüber hinaus floriert kulturelle Bildung in Schulen, so dass bspw. jedes Kind die Möglichkeit erhält, ein Instrument zu erlernen. Kunstprojekte in Form von Gesamtkunstwerken lassen Kunst darüber hinaus real erlebbar werden Des Weiteren wurde die staatliche Förderung von Bibliotheken im ländlichen Raum als Orten der Begegnung und des Austauschs gefordert wie auch ein verstärkter Austausch von Kultur und Wirtschaft.

Zu Frage 2: Wie sehen kulturelle Ort in Zukunft aus?                                                                                     Im Hinblick auf diese Frage wurden Verbindung zum öffentlichen Raum thematisiert, der Austausch kultureller Anbieter sowie die Bespielung von Orten, ferner die Berücksichtigung der Nachfrage. Auch wurde gefordert, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Kulturformen fluide werden sollen.

Zu Frage 3: Was machen Vereine und Kultureinrichtungen in 2030 aus?

Im Rahmen dieser Fragestellung wurde insbesondere der Abbau bürokratischer Hemmnisse angesprochen. Im Gegenzug der Aufbau von Kooperationen, Netzwerken sowie das Etablieren einer Kultur-Lobby. Kultur besitzt soziale Aufgaben in der Gesellschaft und gleichzeitig Eigenwert so der Grundtenor.

Zu Frage 4: Wie sehen Kulturpolitik und Kulturverwaltung in 2030 aus?

Entscheidende Maßgabe ist eine nachhaltige Kulturförderung, einschließlich interkommunaler Förderung. Auch in diesem Kontext wurde ein bedingungsloses Grundeinkommen gefordert als elementare Voraussetzung, Kultur erhalten zu können sowie Steuererleichterung für Kulturschaffende. Traditionelle ländliche Kultur soll in moderne Form umgesetzt werden, dabei werden interkulturelle Vernetzung sowie die Stärkung des Digitalen angestrebt. Zudem werden konkrete, für Kultur gestaltete Räume zum Kulturschaffen sowie die Strukturierung und Professionalisierung bürgerschaftlichen Engagements gefordert.

Zu Frage 5.: Wie sieht ehrenamtliches Engagement in 2030 aus?

Hier wird davon ausgegangen, dass das Ehrenamt Motor ländlichen Lebens ist. In diesem Sinne wird gefordert, dass das Ehrenamt die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln muss. Im Kontext Ehrenamt wird Freiwilligkeit, Verzicht auf Bürokratie sowie staatliche Unterstützung besonders hervorgehoben.

„Ziele und Visionen der überaus konstruktiven Dialogveranstaltung des Forums „Kunst und Kultur in ländlichen Räumen“ sind sehr zu begrüßen“, so der Landtagsabgeordnete Dr. Rainer Balzer, „denn neben dem Eigenwert, welcher Kunst und Kultur innewohnt, dient diese dem Erhalt der Werte und Traditionen in unserem Land in Einklang mit Innovationen. Darüber hinaus befördern Kunst und Kultur in besonderem Maße den Zusammenhalt in der Gesellschaft.“

Die AfD unterstützt daher dieses kulturpolitische Vorhaben, denn es ist dies eine Investition in die Zukunft unseres Landes.

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