Nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung vom Montag, den 25.2.2019 rechnet Daimler ab Mai mit einem geringeren Personalbedarf. Grund hierfür sei, dass das Unternehmen am Standort Untertürkheim die Produktion zurückfahren müsse. In diesem Zusammenhang geht das Unternehmen von einem geringeren Bedarf an Leiharbeitern aus und bestätigt, sich von einem Teil dieser trennen zu wollen.
Hierbei offenbaren sich anhand der drohenden Entlassungen der Zeitarbeiter mehrere drängende Probleme.
Es ist nichts neues, dass sich die zwangsweise und abrupt verordnete E-Mobilität negativ auf die Automobil- und Zulieferindustrie auswirken wird. Ebenso ist es ein alter Hut, dass das Schicksal der Arbeiter an den Bändern weder die Bundes- noch die Landesregierung sonderlich berührt. Grün war noch nie eine Arbeiterpartei, die SPD ist es schon lange nicht mehr. Gemeinsam waren sie es, die die Agenda 2010 verabschiedet haben. Sie waren es, die diese ausufernden Leiharbeitsexzesse erst möglich gemacht haben. Leiharbeiter sind das schwächste Glied in der Kette und werden die ersten Verlierer des bevorstehenden Abschwunges sein. Als Manövriermasse in der Arbeiterschaft sind sie schlechter geschützt und mit weniger Rechten ausgestattet. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ist dehnbar wie ein Kaugummi. Leiharbeiter arbeiten mehr, sind seltener krank und ertragen viel, um die ersehnte Festanstellung zu bekommen. Sie entwickeln sich zu Fachkräften und erwerben Qualifikationen auf ihrem Fachgebiet. Die unbefriedigende Übernahmepraxis von Leiharbeitern und deren düstere Perspektiven sind seit Jahren bekannt. Weder SPD die spd nahen Gewerkschaftsfunktionäre haben etwas erreicht oder eine Lösung parat. Letztere sind eher mit der Organisation von Anti-AfD-Demonstrationen oder einer Hexenjagd in den eigenen Reihen beschäftigt.
Absolut unverständlich ist für mich aber, wie man trotz dieser Situation derart hartnäckig eine Zuwanderung von außereuropäischen Fachkräften verlangt, wie es die Politik unter dem Applaus von Gewerkschaften macht. Der Schutz unseres Arbeitsmarktes bedeutet für mich, dass wir erst die im Land Lebenden in anständige Arbeit, Lohn und Brot bringen müssen, bevor wir ernsthaft über eine Zuwanderung in den Arbeitsmarkt nachdenken dürfen.
Robert Schmidt


